Im vergangenen Dezember wurden wir Zeugen des vorhersehbaren und traurigen Rituals, das alle drei Jahre stattfindet: die Offenlegung der brasilianischen Ergebnisse bei der PISA-Prüfung (Programme for International Student Assessment). Es wird von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gefördert und bewertet den Lernerfolg junger Menschen aus den teilnehmenden Ländern in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.

Wie weithin bekannt wurde, war unsere Leistung erneut mager und unterschritt nicht nur die reichen Nationen, sondern auch unzählige Entwicklungsländer wie unseres. Und so war es seit der ersten Ausgabe im Jahr 2000, als der damalige Präsident der Republik dem Bildungsminister keine zutreffendere Frage hätte stellen können, als er die Teilnahme Brasiliens vorschlug: Was wäre, wenn wir zuletzt kommen? ? Schließlich ist das später tatsächlich passiert.

Und so vorhersehbar wie unsere schlechte Leistung bei jeder Anwendung des Assessments ist die Flut von Bedauern, Kritik und Lösungsvorschlägen, die in den Tagen nach der Veröffentlichung der Ergebnisse auftauchen. Aber unabhängig von Meinungen, Regierungen und wirtschaftlichen Kontexten wird sich in dem bereits 2021 anzuwendenden Test, dessen Ergebnis 2022 vorliegen wird, höchstwahrscheinlich nichts wesentlich anders sein.

In dieser immer wiederkehrenden vorgeplanten Sintflut wird einem Thema meist wenig Beachtung geschenkt, das seiner Bedeutung und seinem Potenzial, zur Verbesserung der Bildung unserer Kinder und Jugendlichen beizutragen, nicht gerecht wird: die nationalen Bewertungsverfahren für die Grundbildung. Es ist äußerst wichtig, über systematisierte, kontinuierliche, umfassende, vergleichbare und vielfältige Indikatoren zu verfügen, die es uns ermöglichen, die positiven Ergebnisse richtig zu identifizieren, deren bewährte Verfahren, die sie hervorgebracht haben, nach Möglichkeit untersucht, weitergegeben und verallgemeinert werden sollten. Und auch Leistungsschwächen aufdecken, deren Ursachen identifiziert und behoben, sowie gewonnene Erkenntnisse und verbreitet werden.

Nur im Besitz vollständiger und verlässlicher Daten können die notwendigen Entscheidungen getroffen und realistische, machbare und dauerhafte Lösungen umgesetzt werden – keine Abenteuer, Unmittelbarkeit oder bekanntermaßen scheiternde Rezepte. Hier ist es die patriotische Pflicht, sich unabhängig von Überzeugungen, Parteien und Bestrebungen zum Wohle aller auf kommunaler, bundesstaatlicher, bundesstaatlicher und privater Ebene zu engagieren.

Wir haben diesbezüglich bereits gute Initiativen wie Prova Brasil, das National System for Assessment of Basic Education (Saeb) und gewissermaßen die Nationale Sekundarschulprüfung (ENEM). Unterschiede zwischen den Inhalten, die in Tausenden von Bildungseinrichtungen in diesem Land mit kontinentalen Dimensionen gelehrt werden.

Die gute Nachricht ist, dass wir endlich die Umsetzung der Common National Curriculum Base (BNCC) erleben, die, obwohl sie nicht vor Kritik gefeit war, gerade die nationale Standardisierung der Schulcurricula deutlich verbessert hat. Dies eröffnet uns die Möglichkeit, die Bewertungen vollständiger, umfassender und vergleichbarer zu gestalten, auch das private Bildungsnetzwerk – oft im Hintergrund gelassen – vollständig einzubeziehen und die Auswirkungen verschiedener beteiligter Faktoren, sogar vom Regierungsbeamten, weiter zu diskriminieren den Lehrer im Klassenzimmer, durch die Schulleitung, die Infrastruktur und den Schüler selbst.

In jüngerer Zeit beschäftigt sich die Bundesregierung mit Änderungen im SAEB, die mehr Noten und Wissensbereiche beinhalten, sowie die Schaffung des Nationalen Sprachtests zur Messung des Leseniveaus in der 2. Grundschulklasse. Trotz verdienter Debatten und Verbesserungen sind dies Änderungen, die wichtige Fortschritte vorschlagen, die wirksam zur Qualität und Fülle der für die Verwaltung der Bildungspolitik verfügbaren Daten beitragen können.

Noch vorteilhafter und wünschenswerter ist es, dass die Ergebnisse dieser Bewertungen in fairer, angemessener und angemessener Weise mit der Vergütung von Führungskräften und der Lehrtätigkeit in öffentlichen Netzen sowie mit Regulierungsprozessen in den privaten Netzen verknüpft werden. Denn Informationen sind nutzlos, wenn sie nicht in konkrete Wirkungen umgesetzt werden.

So ist es notwendig, den römischen Feldherrn Pompeu in einem vom portugiesischen Schriftsteller Fernando Pessoa verewigten Ausdruck zu paraphrasieren, zu bewerten ist notwendig, zu beklagen ist nicht notwendig. Wenn Navigieren damals bedeutete, die Bevölkerung Roms vor dem Hunger zu retten, ist die Verbesserung der Bewertung der Grundbildung im brasilianischen Kontext ein erster und wichtiger Schritt, um unser Bedürfnis nach hochwertiger Bildung, nationaler Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit zu befriedigen.

JeanFrank TD Sartori

Gazeta do Povo, 01/2020

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In der brasilianischen Bildung ist Evaluation notwendig,

Bedauern ist nicht nötig